Rettungsinsel - Wer trauert mit mir
Dieses Modul ist sehr hilfreich, wenn durch die Trauer Konflikte im Familien- und Freundeskreis entstanden sind.
Trauernde fühlen sich häufig alleine. Der eigene Schmerz und Verlust ist so groß, dass das Gefühl entsteht, alleine zu trauern.
Andererseits kann es auch sein, dass Trauernde die Trauer für sich alleine in Anspruch nehmen wollen und die Trauer der Anderen nicht sehen wollen oder können.
Einleitung
In der Trauer nehmen wir möglicherweise die Menschen um uns, die auch um den geliebten Menschen trauern, als Trauernde nicht wahr.
Das können die erwachsenen Kinder, die Geschwister, die Eltern, die Partner, die Freunde und andere Weggefährten z.B. Berufs- oder Hobbykollegen, sein.
„Deren Leben ist ja noch ganz und es hat sich ja bei ihnen nicht viel verändert. Die haben ja keine Ahnung", denken wir.
Ja, das ist wahr, aber sie trauern auch. Jeder von ihnen tut es auf andere Weise, aber sie trauern. Auch deren Leben ist unsicherer geworden und vielleicht ins Wanken geraten.
Es ist fast wie nach einem Schiffsbruch. So als würden sie alle zusammen drohen unterzugehen.
Bitte stellen Sie sich vor, Ihre Trauer wäre eine große Rettungsinsel in stürmischer See.
Praxis
- Wir haben jetzt eine runde Rettungsinsel für Sie.
„Wer sitzt in Ihrer Rettungsinselinsel?"
„Warum gehören diese Menschen hinein?"
„Wo sitzen Sie?"
„Wo sitzen die Anderen?"
Mit kleinen Zetteln, die Sie beschriften, können Sie die Insel mit den Menschen füllen, die mit Ihnen trauern.
Schreiben Sie die Namen auf die Zettel und legen Sie diese darauf.
Stilles Nachdenken
Wenn wirklich alle fertig sind, schauen sich alle gemeinsam die Inseln an.
Danach findet eine Aussprache statt, bei der alle ihre Rettungsinsel erklären können.
Mögliche Nachfragen
„Wie ist es, nicht alleine in dem Rettungsboot zu sitzen?"
„Wie verhalten sich diese Menschen?"
„Wissen diese Menschen, dass Sie sie in Ihrem Boot wahrnehmen?"
„Welche Rolle nehmen die verschiedenen Menschen in Ihrem Boot ein?"
„Haben diese Menschen den richtigen Platz in der Rettungsinsel?"
„Was brauchen diese Menschen vielleicht von Ihnen?"
Erfahrungsgemäß kommen auch viele hilfreiche Nachfragen und Bemerkungen aus der Gruppe.
Nach der Aussprache wird die Frage gestellt: „Möchten Sie jetzt noch etwas ändern?"
Sehr oft ist durch das Berichten und das genaue Anschauen der Situation etwas in Gang gekommen und die Inseln werden nochmal neu sortiert.
Die Beziehungen untereinander werden klarer.
Fazit
Gemeinsames Trauern kann, bei aller Verschiedenheit, eine große Hilfe sein.
Material
große runde (ca. 30cm) Plastiksets oder Pappen, Papierstreifen, Stifte