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Zerbrochene Tasse - zerbrochenes Leben

Dies ist eine Übung, die nicht oft angebracht ist. Sie ist aber sehr hilfreich, wenn viele in der Gruppe mit einem plötzlichen Tod nicht fertig werden.

Bei dieser Übung ist es gut, wenn mehrere Trauerbegleiterinnen anwesend sind und beobachten können.

Vorbereitung

Alle sitzen im Kreis - Gesicht zur Mitte

Übung

„Bitte drehen Sie jetzt ihre Stühle so um, dass Sie mit dem Rücken zur Mitte des Kreises sitzen."

„Schließen Sie bitte die Augen."

„Bitte reden Sie nach Möglichkeit nicht."

„Ich werde Sie in dieser Übung ausnahmsweise mit Du ansprechen."

„Fühle in dich hinein. Wie ist es, so mit dem Rücken zur Mitte zu sitzen."

Stille, Stille

Begleiterin zerbricht eine Tasse oder ähnliches in der Mitte.

Stille, Stille

Ruhig und mit großen Pausen sprechen:

„Da ist etwas zerbrochen."

„Bist Du erschrocken?"

„Was ist passiert?"

„Möchten Sie sehen, was kaputt gegangen ist?"

„Möchten Sie sich umdrehen?"

„Du kannst nicht sehen, wie groß der Schaden ist."

„Kennst Du diese Situation?"

„Kannst Du das nachempfinden?"

„Auch da warst du erschrocken und entsetzt."

„Du konntest möglicherweise im ersten Moment auch nicht genau sehen, was passiert ist."

„Du konntest kaum das Ausmaß des Unglücks erfassen."

„Du konntest oder wolltest möglicherweise nicht hinsehen."

„Wenn es dir jetzt wieder so geht, kannst Du es jetzt mit uns in kleinen Schritten ausprobieren."

„Drehe deinen Stuhl langsam zur Mitte. Nicht zu schnell und zu weit."

„Drehe deinen Stuhl nur so weit, wie es dir möglich ist. Setze dich dann wieder hin und spüre, wie es sich anfühlt. Sei achtsam mit dir."

„Drehe deinen Stuhl auf diese Weise so lange zur Mitte, bis Du das Gefühl hast, an der Stelle angekommen zu sein, die deiner momentanen Situation entspricht. Lass dir Zeit und fühle immer wieder nach."

„Bitte bleibe dann so sitzen. Jede hat die Zeit, ihren Platz zu finden."

„Hat jede ihren Platz?"

„Es wäre schön, wenn Du jetzt der Gruppe sagen könntest, was diese Position für deinen Trauerweg bedeutet und wie du dich dort fühlst."

Weitere mögliche Fragen:

„Was hindert dich daran, dich weiter umzudrehen?"

„Was brauchst Du, um dich weiter umdrehen zu können?"

„Kannst Du schon etwas sehen?"

„Was fühlst du beim Anblick der Scherben?"

Blitzlicht

Was hat die Übung mit mir gemacht? Wie geht es mir?

Abschluss

Auf und ab des Trauerprozesses vom ersten Schreck und Entsetzen, in dem man nicht wirklich realisiert, was passiert ist, bis zum allmählichen Begreifen.

Der Widerstreit zwischen Kopf und Gefühl, der die Trauer begleitet und einen droht zu zerreißen. Der Kopf sagt: „Er/sie ist tot und kommt nie wieder, kapiere das."

Das Herz sagt: „Ich weiß es besser, er/sie lebt und wird immer leben."

Irgendwann streiten sie nicht mehr miteinander, sondern leben und trauern miteinander.

Wir wollen heute gemeinsam schauen, wo Sie im Moment auf diesem Weg stehen.

tip

Im Anschluss an diese Modul kann das Modul Etwas ummanteln durchgeführt werden. Dabei wird die Scherbe ummantelt.